Petrom S.A. -Tochter der österreichischen OMV AG- ist Rumäniens größter Mineralölkonzern. Das ehemalige
Staatsunternehmen fördert, rafiniert und vertreibt petrochemische Produkte. Darüber hinaus verfügt es
über ein eigenes Tankstellennetz mit ca. 550 Standorten.
Seit der Privatisierung im Jahr 2004 wird der Konzern konsequent modernisiert und internationalisiert, um den
neuen Herausforderungen durch den EU Beitritt Rumäniens 2007 gerecht zu werden.
Folgerichtig soll die Administration aus derzeit mehr als 10 Bürostandorten in und um Bukarest auf einem ehemaligem
Raffineriegelände zur "Petrom City" zusammengeführt werden. 2500 Mitarbeiter sollen hier ihre neue Arbeitswelt
internationalen Maßstabes vorfinden.
Gleichwohl Petrom sich Europa öffnet, bleibt die Identität des Standortes zu respektieren. Die Architekturaufgabe
war es deshalb, den Menschen eine Umgebung zu bauen, die sie als die ihre begreifen und zugleich ein neues
stadträumlich wichtiges Quartier zu schaffen.
Petrom City wird durch die Baukörper Datacenter, Headquarters und das zeichenhafte Administrationbuilding
rund um Petrom Plaza gebildet. Die gesamte Energieversorgung erfolgt mittels Kraft- Wärmekopplung über das
eigene "PowerPlant", an das ein Parkhaus mit ca. 1000 Stellplätzen anschließt. Das Corporate Design von Petrom City
wird durch drei wesentliche Unternehmensidentitäten von Petrom bestimmt:
Kommunikation - Transparenz - Umweltverträglichkeit
Kommunikation:
Einerseits verlangt die anspruchsvolle Arbeit des Einzelnen nach ruhigen Arbeitsplätzen. Andererseits lebt gerade Petrom
von breiter, offener, reibungsloser, interner Kommunikation. Es galt eine geometrische Figur zu finden, als Alternative
zur üblichen, einem Kamm ähnlichen Gebäudestruktur, deren Unzulänglichkeiten bekannt sind (lange Wege, hoher
Fassadenanteil). Unterschiedliche Büros - vom dominierenden Großraumbüro bis zum seltenen Einzelbüro - sind so
angeordnet, dass das Prinzip, um Meetings herum eigenverantwortlich zu arbeiten, störungsfrei umgesetzt werden kann.
In diesem Sinn wurden die beiden Ovale für die kommunikationsbestimmte CI der Petrom entwickelt. Diese Konstellation
wird zum ersten Mal im Verwaltungs- und Dienstleistungssektor gebaut. In ihrer Überschneidung bilden die Ovale eine
Art Wegeschnittmenge, die optimal zu nutzen ist und mit Brücken obendrein kurze Verbindungen von Mensch zu Mensch
garantiert. Die Atrien als Herzstück der Ovale, bieten den Mitarbeitern Zwischenzonen, die vor den Extremen des
Wetters geschützt bleiben und dadurch ganzjährig nahezu Außenraumqualität anbieten. Organisiertes und zufälliges
Zusammentreffen ergänzen einander und ermöglichen einen guten Informationsaustausch.
Transparenz:
Einerseits ist Petrom ein Unternehmen, das seine Wissensgeheimnisse hüten muss. Andererseits will sich
Petrom als öffentlichkeitsnahes Unternehmen dem Umfeld nicht verschließen. Mitarbeiter wollen heutzutage in Kontakt mit
ihrer natürlichen Umgebung bleiben. Und die Bürger einer Stadt möchten nicht im Ungewissen darüber gelassen werden, was
denn hinter den letztlich geschlossenen Türen eines solchen Unternehmens passiert. Spiegelnde Glasfassaden negieren die
Transparenz in einer Weise, die jede Glasarchitektur heutzutage suspekt macht und bisweilen eine Renaissance des Steins
begünstigt. Genau dies wird hier vermieden: Nach innen und außen werden Sichtbezüge regelrecht inszeniert. Die
Glashülle wird nicht spiegeln, sondern als sorgfältig ausgearbeitete Klimahülle dafür sorgen, den Mitarbeitern ein
Höchstmaß an visueller Behaglichkeit zu bieten und gleichermaßen der ökologischen Verantwortung des Unternehmens
gerecht zu werden.
Umweltvertraglichkeit:
Ein Konzern, der Energie "verkauft", weiß wie kein Zweiter um ihren Wert und tut gut daran,
ebendiese Energie im eigenem Hause sparsam einzusetzen. Aus der Erfahrung, verschiedener von AJF realisierter Projekte,
wird es in der Bukarester Petrom-Zentrale gelingen, den Primärenergieverbrauch auf vorbildliche Werte zu senken. Für
übliche Bürogebäude, die zu großen Teilen mit Energie aus dem öffentlichen Stromnetz versorgt werden, sind durch die
Stromerzeugung nur etwa 30 Prozent der Primärenergie effizient genutzt. Petrom City erreicht mit Gasnutzung und
Kraft-Wärmekopplung einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent! Wird die Abwärme im Winter direkt zum Heizen genutzt,
so wird sie im Sommer durch Absorptionsprozesse in Kälte umgewandelt und dient damit ganzjährig einer positiven
Energiebilanz.









